2 Pianos 4 Hands

Das kanadische Erfolgsstück
14 Sep - 17 Okt 2009
 
 

WIENER ZEITUNG

Theater: 2 Pianos, 4 Hands

Theater: 2 Pianos, 4 Hands
Ungewöhnlich und alltäglich zugleich ist der Plot. Es geht um die vielen Unwegsamkeiten auf dem mühsamen Pfad zum Konzertpianisten, die dem Theaterpublikum gerade in Wien, wo so viele musikalische Karrieren beginnen und scheitern, vertraut sind.
Das kanadische Autorenduo Ted Dykstra und Richard Greenblatt lässt in seinem Erfolgsstück “2 Pianos, 4 Hands” witzige wie dramatische Szenen aus 15 Jahren Klavierunterricht Revue passieren. Wie sehr die Momentaufnahmen autobiografisch angehaucht sind, zeigen die Hauptcharaktere, die nicht zufällig Ted und Richard heißen.
(…) Außergewöhnlich ist die Leistung der Protagonisten Kevin Farrell und Steven Worbey. Nicht nur meistern sie schauspielerisch alle Lebensstationen mit Bravour, sie schlüpfen auch in alle anderen Rollen dieses durch und durch unterhaltsamen Abends im English Theatre. Und: Wirklich erstaunlich, dass sie auch als Pianisten mit Bach, Chopin oder Jazz durch den Abend zu führen verstehen. Das Publikum ist begeistert.

Stefan Beig
17. Sept. 2009
 

Kronen Zeitung


English Theatre: „ 2 Pianos“ Zwei brillante Komödianten!

Einen fulminanten Saisonstart konnte Julia Schafranek in ihrem Theater in der Josefsgasse feiern: Eine Stimmung wie bei einem Pop-Konzert bescherten die beiden fabelhaften Musiker Kevin Farrell und Steven Worbey. Jubel!
(…) Fulminant spielen die Komödianten und glänzenden Pianisten klassische Musik, u.a. Chopins “Regentropfen”-Prelude, den zweiten Satz aus Beethovens „Pathétique”, Schuberts A-Dur-Impromptu – und immer wieder Stücke von Bach, Grieg, MozartxAber auch Hits von Richard Rogers, den Sinatra-Song „My Way“ oder Offenbachs Overtüre zu „Orpheus in der Unterwelt” als Draufgabe gelingen dem Paar perfekt. Denn sie brillieren als Komödianten und virtuose Musiker, spielen auf zwei Klavieren oder vierhändig an einem Flügel, wechseln blitzschnell die Plätze und die Charaktere. Musikalisches Können und herzerfrischende Komik vereinen die beiden zu einem glänzenden Abend, den Regisseur Julian Woolford in bester britischer Manier mit Schwung und Witz inszeniert hat: Schon lange wurde im Vienna’s English Theatre nicht so herzhaft gelacht.  
V.P.
17. Sept. 2009
 

Die Presse

*English Theatre: Hart ist der Weg zum Misserfolg
“2 Pianos – 4 Hands” zeigt die Fallstricke der Musikerlaufbahn.*

Sie haben als Kind unter dem Einfallsreichtum sadistischer Klavier-/Gitarren-/Geigenlehrer (Nichtzutreffendes bitte streichen) gelitten? Sie haben das Metronom auch als schlimmstes Folterinstrument seit Erfindung der eisernen Jungfrau empfunden, den Weg aufs Podium wie den Gang aufs Schafott? Dann sind Sie bei „2 Pianos – 4 Hands“, das bis 17. Oktober in Vienna’s English Theatre läuft, goldrichtig. Denn das Stück der beiden Kanadier Ted Dykstra und Richard Greenblatt ist vor allem etwas für Insider: Wer nicht aus solchem Erfahrungsschatz schöpfen kann, wird zahlreiche Pointen wohl nicht als solche erkennen. Trotz aller Unkenrufe sollte es in der Musikstadt Wien aber ausreichend Menschen geben, die eine entsprechende musikalische Alphabetisierung durchlaufen haben.
Die Handlung ist in einem Satz erzählt: Ted und Richard werden von den Eltern ans Klavier gezwungen, verschleißen eine Reihe Lehrer, nur um – mittlerweile dem Reiz einer Zukunft als Bühnenstars verfallen – von gnadenlosen Konservatoriumsprüfern als talentiert, aber letztlich doch untauglich abgekanzelt zu werden. Das unvermeidliche Ende: Musiklehrer und Barpianist. Kevin Farrell und Steven Worbey, in Großbritannien als Duo „Katzenjammer“ bekannt, sind eine Idealbesetzung: Technisch souverän wühlen sie sich durch die Klavierliteratur von Bach bis Albéniz. Wie gut die beiden sind, wird daran deutlich, dass sie herrlich absichtlich falsch spielen können – und dass sie parallel zum pianistischen Parforceritt auch noch mit wandlungsfähiger Mimik (Regisseur: Julian Woolford) fast im Minutentakt die Rollen wechseln, als sei’s ein Kinderspiel. Ganz umsonst ist es manchmal eben doch nicht, ein Instrument zu erlernen.

hd
25.09.2009