I DO! I DO!

a Musical about Marriage
30 March - 09 May 2009
 
 

WIENER ZEITUNG


Geträllerter Traum vom ewigen Glück

Ein Leben lang glücklich vereint sein: Wer will das nicht? “I do! I do!”, heißt es also auch logischerweise auf der Bühne des Vienna’s English Theatre, in dem Michael und Agnes einander das Ja-Wort geben. Doch dass erfahrungsgemäß auf die Euphorie die Realität des Alltags folgt, merkt das Pärchen schon bald.

Mit Leichtigkeit und ein er gewissen Abgeklärtheit erzählt das Musical die Lebensgeschichte der beiden: von der Hochzeit übers Kinderkriegen bis zur ersten handfesten Ehekrise – und zum viel zu schnellen Altern. Letztlich erkennt das Publikum, dass sich die Geschichte mit einem anderen Pärchen wiederholen wird.
“I do! I do!” benötigt für ein Musical ausgesprochen wenig Ausstattung: Ein Schlafzimmer, zwei Personen und ein Klavier im Hintergrund – auf mehr muss sich das Publikum nicht konzentrieren. Das wirkt am Anfang vor allem musikalisch etwas flach, erfährt aber sehr schnell ein überdurchschnittliches Maß an Unterhaltsamkeit. Es ist ein herziges Stück alter amerikanischer Schule, mit Gesang, Steppen (barfuß) und Kabarett-Einlagen. Das Stück war das erste Zwei-Personen-Musical, das am Broadway aufgeführt wurde – und liegt den bestens harmonierenden Yvette Robinson und Neil Ditt.

Alexander U. Mathé
03.04.2009
 

KURIER


Die Höhen und Tiefen einer langen Ehe

Kritik: Szenen einer Ehe. Mit Ups and Downs. Aber wenig Aufwand – ein Zimmer mit Himmelbett –und vor allem viel Charme, als wär’s ein Doris-Day-Film im Fernsehen am Samstag Nachmittag. „I Do, I Do, I Do, I Do, I Do! ist nicht nur ein Abba-Hit. Vienna’s English Theatre spielt mit “I Do! I Do!” Unterhaltsames von Tom Jones (Libretto/Songtexte) und Harvey Schmidt (Musik), deren Musical “The Fantasticks” 42 Jahre lief.
“I Do! I Do!“, 1966 uraufgeführt, war das erste am Broadway aufgeführte Zwei-Personen-Musical.
Yvette Robinson und Neil Ditt spielen sich temperamentvoll durch 50 Ehejahre samt Harmonie und Frust, Euphorie und Ehemüdigkeit, Turbulenzen und Langeweile, singen u.a. Songs wie „Together Forever“ und „The Honeymoon ist over“  zu Klavierbegleitung und bezaubern mit barfüssigem Steptanz und schlagfertigen Dialogen.             

Ros
08.04.2009
 

K2 KULTUR IN CENTROPE


Ein Gute-Laune-Stück

Schön, wenn Theater mit geringen Mitteln, ohne Riesen-Orchester, Klimbim und Spezialeffekte funktionieren kann: Zwei hervorragende Darsteller und ein Pianist genügen, um ein unterhaltsames, berührendes und herziges Musical auf die Bühne zu bringen – so ges(ch)ehen bei „I Do! I Do!“ im Vienna´s English Theatre.
Im ersten 2-Personen-Musical der Broadwaygeschichte, das von Harvey Schmidt und Tom Jones geschaffen wurde und 1966 Premiere hatte, dreht sich alles um den Ehe-Alltag von Michael und Agnes. Von ihrer Hochzeit über das erste Kind, die ersten Streitigkeiten, die Versöhnung bis hin zum Hochzeitstag der Kinder und dem Umzug in ein kleineres Heim werden die beiden über 50 Jahre begleitet.
Regisseur Julian Woolford hat die Story, die im Original von den 1890ern bis zu den 1950ern spielt, verlegt. In Kostümen und vor allem in Agnes oft wechselnden Frisuren erkennt man die 50er, 60er und 70er.

Neil Ditt und Yvette Robinson sind als Michael und Agnes bezaubernd. Wie sie sich in der Hochzeitsnacht verstockt dem Bett und einander nähern, wie sie vor Liebe zu einander sprühen, wie sie aber auch aufeinander böse sind, weil der berufliche Erfolg Michaels sie auseinander gebracht hat, und wie Agnes verzweifelt, als sie nach den Hochzeiten der Kinder meint, nutzlos zu sein, zeigt die Vielseitigkeit der beiden Schauspieler. Auch die Reise durch die Jahrzehnte wird glaubhaft. Dass sich viele Zuschauer in den dargestellten Situationen wieder finden, erhöht die vertraute Wirkung des Stücks.
Auch als Sänger sind Ditt und Robinson sehr überzeugend, sie wissen ihre Stimmen an die variantenreichen Songs anzupassen und können mit den Herausforderungen derselben umgehen. Von der Tour-de-Force, die sich durch ein 2-Personen-Stück ergibt, in dem Ditt keine zwei Minuten off-stage ist, gar nicht zu reden. Die Choreografien von Steven Harris sind gut gewählt, es hat Charme, wenn hier barfuss und im Pyjama gesteppt wird und die beiden Protagonisten Walzerschritte vollführen. „I Do! I Do“ ist schlichtweg ein herziges Gute-Laune-Stück, das exzellent ausgeführt ist.

Theresa Steininger
04.04.2009